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30.09.2016

Sanierung oder Neubau des Rathauses?

Eines der Hauptthemen der Einwohnerversammlung war die Frage, ob das derzeitige Rathaus der Stadt Tornesch saniert oder ein Neubau im Ortskern ins Auge gefasst werden sollte.

Seit dem Jahr 1999 sitzt die Stadtverwaltung im ehemaligen Schleswag-Verwaltungsgebäude in der Wittstocker Straße 7. Aus der damaligen Interims- wurde später eine Dauerlösung, nachdem sich die zuvor anvisierten neuen Standorte für den Neubau eines Rathauses als nicht geeignet oder zu kostspielig erwiesen hatten.

Da der derzeitige Verwaltungsstandort einen mittlerweile 40 Jahre alt ist, besteht hier Sanierungsbedarf. Die Politik steht somit vor der Frage, ob erhebliche Summen in eine Sanierung des jetzigen Rathauses gesteckt werden oder ein Neubau im Ortszentrum angestrebt werden sollte. Anlässlich der Einwohnerversammlung am 21. September 2016 hat sich die Politik daher ein Meinungsbild aus der Bevölkerung einholen wollen.

Herr Krügel stellte hierbei die Frage: "Wo kann unser Ortskern sein?" Zu dieser Thematik wurde eine Arbeitsgruppe aus Kommunalpolitikerinnen und –politikern, Verwaltungsmitarbeiter-innen und –mitarbeitern sowie einem Planungsbüro gegründet. Unser Rathaus ist 40 Jahre alt und sanierungsbedürftig. In diesem Kontext muss die Überlegung erlaubt sein, über einen Standort in Bahnhofsnähe nachzudenken.

Als möglichen Alternativstandort nannte Herr Krügel das Gelände Uetersener Straße / Willy-Meyer-Straße. In diesem Bereich hat die Stadt bereits einige Grundstücke aufgekauft. Herr Krügel wies darauf hin, dass ein Rathaus – auch wenn es einen anderen Standort erhält – keine Bereicherung für den Ortskern darstellen würde, da sich - außer den abendlichen Gremiensitzungen - dort nichts tut.

Er stellt sich in dem beschriebenen Gebiet ein Gebäude vor, in dem ein Café und andere Ladengeschäfte im Erdgeschoss untergebracht sind. Zwei Etagen könnten Büros und/oder Praxisräume beherbergen, ab dem 3. Obergeschoss sollte Wohnraum geschaffen werden. Anhand einer Gegenüberstellung der Kostenschätzung Neubau / Sanierung erläuterte er die Differenz der finanziellen Aufwendungen. Weiter ging Herr Krügel auf die Vor- und Nachteile eines Rathausneubaus bzw. einer Rathaussanierung ein.

Anhand von Folien wurden mögliche Entwurf vorgestellt (siehe Bilder in der Randspalte rechts). Diese sind nicht als konkrete Planungen, sondern vielmehr als Gedankenspiele zu sehen, auch da sich nicht alle benötigten Grundstücke im Eigentum der Stadt befinden.

Es ist davon auszugehen, dass sich die jetzigen beiden Kostenschätzungen um jeweils 15 – 20% erhöhen.

Auf Fragen einer Bürgerin hinsichtlich des zeitlichen Rahmens antwortete Herr Krügel, dass bis zur Realisierung eines Neubaus ca. drei Jahre nach Beschlussfassung in den politischen Gremien benötigt werden. Ein Umbau würde abschnittsweise erfolgen; für Sofortmaßnahmen werden 1,5 Mio Euro benötigt.

Rathaus als wichtige Anlaufstelle?

Herr Krügel stellte die Frage, ob man ein Rathaus überhaupt noch benötigt. Immer mehr Menschen gehen den digitalen Weg. Die Mitarbeiter/innen der Stadtverwaltung bieten bei Bedarf den Service an, zu den Einwohnerinnen und Einwohnern, die nicht in der Lage sind, dass Rathaus zu besuchen, diese nach Absprache zuhause zu besuchen.
Termine im Rathaus können zudem außerhalb der Öffnungszeiten nach Absprache vereinbart werden.

Frau Dr. Susanne Dohrn (SPD) meinte, dass die 50 Mitarbeiter/-innen der Stadtverwaltung das Innenstadtleben durch ihre Einkäufe bereichern könnten, würde das Rathaus in einer zentraleren Lage untergebracht sein. Es entsteht eine Diskussion über Flächen zum Parken beim Standort Willy-Meyer-Straße und die gefühlte nicht anstandslose Nutzung von Tiefgaragen.

Artur Rieck (SPD) gab den qm-Preis eines Verwaltungsgebäudes mit 1.684€ an. Herr Krügel antwortete, dass sich erfahrungsgemäß dieser Preis bei einer öffentlichen Ausschreibung einer Verwaltung um bis zu 30% erhöhe, da die Anbieter wissen, dass die Verwaltung nicht nachverhandeln darf.

Frau Dr. Susanne Dohrn fragte, was mit dem Bestandsgebäude passiert, wenn ein neues Tornescher Rathaus gebaut wird. Gemäß dem geschlossenen Vertrag wird der Gebietstausch rückabgewickelt.

Alternativen im Ortskern?

Ein Tornescher Bürger empfand die bisher geführten Diskussionen als Luxus. Es schlug vor, einen Plätz für Dinge, die der Stadt gut tun, zu schaffen. Dies könnte auch ein Café sein. Das Rathaus sollte am bestehenden Ort verbleiben.

Eine Tornescher Bürgerin fragte, wie die Willy-Meyer-Straße - bei einem Rathausneubau in dem Gebiet - mit dem Verkehrsaufkommen zurechtkommen würde. Herr Krügel antwortete, dass bei einem Rathausneubau im Vorwege eine Verkehrsuntersuchung durchgeführt werden würde.

Frau Dr. Susanne Dohrn fragte, wenn wir kein neues Rathaus im Zentrum wollen, was wollen wir dann? Herr Krügel konnte sich ein Café mit Innen- und Außenplätzen vorstellen.

Es entstand eine lebhafte Diskussion unter den Bürgerinnen und Bürgern. Auf die Frage, ob die Fusion zwischen Uetersen und Tornesch ein Thema ist, sagt Herr Krügel, im Augenblick ist es kein Thema und während seiner Amtszeit wird dies wohl auch nicht mehr thematisiert werden.

Bürgermeister Krügel ließ über das Thema "Rathaus Neubau oder Rathaus Sanierung" nicht abstimmen, da das Ergebnis aufgrund der geringen Beteiligung an der Einwohnerversammlung eher Zufall und nicht repräsentativ wäre.

 

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