Direkt zu:
Sprache 

Hoher Inzidenzwert in Tornesch? Ist Tornesch noch sicher?

Am 29. Januar berichtete die Lokalpresse über die hohe Anzahl an Corona-Infektionen im Bereich der Stadt Tornesch. Bürgermeisterin Sabine Kählert nimmt zu den Presseartikeln Stellung:

Derzeit erreichen mich viele besorgte Anfragen danach, worauf das hohe Infektionsgeschehen in Tornesch zurückzuführen ist. Ist man in Tornesch noch sicher? Sollte man lieber in anderen Orten einkaufen und wo sind die Hotspots?  Und seit heute wissen wir, dass auch schon die wesentlich ansteckende Virusmutation im Kreis Pinneberg angekommen ist.

Von Anbeginn der Pandemie besteht ein ständiger Austausch mit der Pressestelle des Kreises Pinneberg.

Ich verstehe die Besorgnis und möchte deshalb zur Transparenz beitragen:

Vom Gesundheitsamt des Kreises Pinneberg wurde speziell für Tornesch die Woche vom 20.01. bis 27.01.2021 ausgewertet:

Danach verteilen sich die 69 Neuinfektionen mit 38 Personen auf 2 Alten- und Pflegeheime und 31 auf Tornescher Bürgerinnen und Bürger.

Rücksprachen mit den Heimleitungen ergaben jedoch hohe Differenzen. Danach sind schon zahlreiche gemeldete Fälle aus der Quarantäne entlassen. Derzeit wird geprüft, ob die Zahlen bereinigt wurden oder nur fortgeschrieben. Derzeit sind schon 27 Bewohnerinnen und Bewohner in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt aus der Quarantäne entlassen. Bei den Mitarbeitenden sind nur noch 19 in Quarantäne. Insofern bestehen erhebliche Zweifel an dem veröffentlichten Inzidenzwert von 500.

Die Prüfungen laufen bereits. Das soll aber nicht heißen, dass die Lage nicht weiter ernst ist.

Die Pflege in den Heimen erfolgt weiterhin professionell mit Unterstützung des Gesundheitsamtes und viele Infektionen verlaufen erfreulicherweise mit Husten und nur temporärem Fieber milde. Dennoch gibt es auch einige Bewohner, bei denen stationäre Behandlung notwendig war und leider sind auch Todesfälle mit Corona zu beklagen.

Die Erstimpfung ist nach Auskunft der beiden Heimleitungen bereits erfolgt und die zweite Impfung wird dringend erwartet. Leider ist für es die Mitarbeitenden sehr schwer Impftermine zu erhalten.

Wie kann auch das Infektionsgeschehen in Heimen eingedämmt werden? 

An erster Stelle steht auch hier die Kontaktreduzierung.  Jedoch gestaltet sich dies sehr schwierig, weil die Bewohner ihre Angehörigen vermissen. Dementiell Erkrankte sind oftmals nicht in der Lage die Hygieneregeln, Abstand und die Maskenpflicht einzuhalten. Das erschwert die Arbeit der Pflegekräfte, von denen auch einige erkrankt sind, erheblich. Es finden regelmäßig Schnelltests in den Heimen statt, die äußerst hilfreich für die Früherkennung sind und für die schnelle Isolierung dieser BewohnerInnen sind. In einem Altenheim wird erfreulicherweise ab Montag Unterstützung bei der Durchführung der Schnelltests durch die Bundeswehr erfolgen.

Bekannt sind auch symptomfreie Verläufe, die ebenfalls zu einer Ausbreitung des Infektionsgeschehens beitragen.

Wenig hilfreich sind jedoch Falschmeldungen, die zu einer Stigmatisierung führen. So wurde unlängst behauptet, dass ein drittes Alten- und Pflegeheim erneut betroffen sei. Diese Meldung ist falsch. Richtig ist, dass der Besucherverkehr in Sorge um eine mögliche Erkrankung der Bewohnerinnen und Bewohner erheblich eingeschränkt wurde. Drei BewohnerInnen hätten Erkältungssymptome gezeigt. Mit den Schnelltest erfolgte sofort eine Isolation dieser Bewohnerinnen und Bewohner um ein mögliches Infektionsgeschehen so schnell als möglich zu unterbinden.  Eine kluge und richtige Entscheidung von der Heimleitung, für welche die Leitung leider nicht immer auf Verständnis der Angehörigen stößt, oftmals sogar herbe Kritik bis hin zu Beschimpfungen erhält. 

Nun zu der Frage ist Tornesch noch sicher?

In Tornesch ist man genauso sicher und weiter sicher, wie in allen anderen Orten des Kreises Pinneberg, wenn die Regeln und Beschränkungen konsequent eingehalten werden. Leider ist festzustellen, dass einige Menschen immer noch viel zu viele Kontakte haben.

Kontaktbeschränkung heißt gegenwärtig, dass ich mich nur mit einer weiteren Person treffen darf. Damit ist aber nicht gemeint, dass täglich zu unterschiedlichen Zeiten vielfache Kontakte mit einer Person stattfinden sollen.  Aufgrund der Anzahl der Infektionen im Kreis Pinneberg kann die Nachverfolgung durch das Gesundheitsamt nicht in dem Maße erfolgen, wie es notwendig wäre und auch gewünscht ist.

Zwischenzeitlich erhärtet sich die Vermutung, dass die Angaben bei der Nachverfolgung entweder lückenhaft oder gar falsch sind und dadurch möglicherweise bereits infizierte Personen verspätet oder gar nicht in Quarantäne geschickt werden können. Andere wiederum halten leider die Quarantänebestimmungen nicht konsequent ein. „Ich gehe ja ab heute Abend in Quarantäne, ich habe noch etwas zu erledigen.“

All dies sind Gründe für den Anstieg des Infektionsgeschehens.

Obwohl der Inzidenzwert für Tornesch und im Kreis Pinneberg weiter Beschränkungen erforderten und zwischenzeitlich  die Verlängerung der Einschränkungen bis zum 07.02.2021 angeordnet ist, wurden die Spielplätze weiter offengelassen. Aber auch dort gilt für Erwachsene Maskenpflicht und für alle das Abstandsgebot! Auch Treffen zu späten Abendstunden auf Spielplätzen und zentralen Punkten sind untersagt. Kontrollen auch mit Unterstützung der Polizei werden mehrmals täglich durchgeführt.  Zuwiderhandlungen führen uneingeschränkt zu Bußgeldverfahren.

Bitte halten Sie die Regeln ein, ansonsten kommt leider nur die Schließung dieser Plätze in Betracht. Schulhöfe sind außerhalb der Schulzeit für die Allgemeinheit gesperrt. Ansammlungen sind unbedingt zu vermeiden. Dies gilt auch ausdrücklich für die gemeinsame Feierabendzigarette bei Schichtwechsel!

Nur wenn wir alle uns an die Beschränkungen halten, Kontakte vermeiden, Regeln einhalten und mit der Impfung werden wir die Pandemie besiegen und wieder gemeinsam alle Dinge, die unser Leben schöner machen genießen können.

Dann werden Zug um Zug Einschränkungen reduziert werden können und wir haben die Hoffnung auf einen Sommer der Begegnungen und Veranstaltungen.

Bitte helfen Sie mit und vermeiden Kontakte, wo immer es möglich ist. Haben Sie Geduld und halten Sie sich an die bekannten Regeln.

Wir gemeinsam tragen Verantwortung und besiegen auch mit Hilfe der Impfung die Pandemie.

Ihre

Bürgermeisterin

Sabine Kählert

Kontakt

Sabine Kählert
Bürgermeisterin
Wittstocker Str. 7
25436 Tornesch
Telefon:04122 9572-100
Fax:04122 9572-111
E-Mail oder Kontaktformular