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Landrat fordert Solidarität bei der Einhaltung von Auflagen

Landrat Oliver Stolz fordert Solidarität bei der Einhaltung von Auflagen

„Schluss mit Lustig“

Landesverordnungen und Allgemeinverfügungen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Coronavirus sprechen eine eindeutige Sprache und schränken bewusst das öffentliche Leben ein. Sowohl der Ministerpräsident, als auch gestern Abend die Bundeskanzlerin mahnen deutlich, sich mit sozialen Kontakten zurückzuhalten und sich nicht in größeren Versammlungen zu treffen. „Offensichtlich will das nicht jeder verstehen“ so Landrat Oliver Stolz.

Letzte Nacht haben an mehreren Stellen im Kreis, unter anderem im Rellinger Ortskern, sogenannte Corona-Partys unter freiem Himmel stattgefunden. Ein weiterer bitterer Beigeschmack bei diesen Corona-Partys war der Vandalismus, der mit dieser Aktion einherging.

„Wir müssen in dieser herausfordernden Zeit solche Zusammentreffen vermeiden. Umsichtiges Verhalten erwarte ich auch von Jugendlichen, die wir sonst gerne in den Städten sehen, die aber momentan lieber zu Hause bleiben sollten. Jeder kann sich anstecken und danach einen geliebten Menschen infizieren, der möglicherweise schwer erkrankt, weil er nicht so gute Abwehrkräfte hat.“

Der Landrat weist darauf hin, dass Zusammenkünfte in der Öffentlichkeit, zumal, wenn diese in den sozialen Netzwerken verabredet werden, als öffentliche Veranstaltungen angesehen werden müssen.
Diese sind durch Allgemeinverfügung nach dem Infektionsschutzgesetz verboten und das hat auch seinen Grund: denn mit jedem Zusammenkommen könnte das Virus sich extrem ausbreiten. Alle unsere Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung und Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens für die dringendsten Angelegenheiten wie Arbeit und Einkauf werden nutzlos, wenn nur wenige sich nicht an die Regeln halten. Dagegen werden wir mit der nötigen Konsequenz ordnungsrechtlich vorgehen und ich bin froh das wir hier Seite an Seite mit unseren örtlichen Polizeidienststellen stehen. Diese machen einen erstklassigen und absolut professionellen Job, so Stolz weiter.

Der Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg, Andreas Görs, sagte entsprechende Unterstützung zu:

„Wenn es zu einer derartigen Veranstaltung kommt wird die Polizei frühzeitig mit den Teilnehmern Kontakt aufnehmen und eine sogenannte Gefährderansprache durchführen, denn die Polizei ist eine Bürgerpolizei und setzt daher in erster Linie auf den Dialog. Gleichzeitig zeigen wir aber auch eine starke und frühzeitige Präsenz an den Einsatzorten, um eine Ansammlung von Personengruppen zu unterbinden. Mögliche Straftaten verfolgen wir weiterhin konsequent.

Grundsätzlich setzt die Polizei bei derartigen Einsätzen auf die Vernunft der Bürgerinnen und Bürger und appelliert, die Verhaltensregeln zur Vermeidung und Ausbreitung einer Infektion mit dem Corona-Virus ernst zu nehmen und einzuhalten.“

Lobende Worte fand Landrat Stolz auch für das Miteinander mit den Städten und Gemeinden im Kreisgebiet. „Die Zusammenarbeit funktioniert in diesen Tagen ausgezeichnet. Jeder nimmt die Situation sehr ernst und arbeitet mit Hochdruck an der Umsetzung der Regelungen des Landes, insbesondere sind neben dem Gesundheitsamt des Kreises jetzt die Ordnungsämter in den Kommunen besonders gefordert, wir als Kreis werden hier unterstützen“.

Ab Morgen werden auch die gastronomischen Angebote im Kreis genau unter die Lupe genommen.

Dass es hier vereinzelt nicht so genau genommen wird, erfuhr der Landrat am Donnerstagnachmittag persönlich:
„Da war doch tatsächlich vor einem Geschäft ein Imbisswagen geöffnet, als wäre nichts gewesen.“ Die telefonisch zur Schließung aufgeforderte Chefin behauptete, sie würde ihre Speisen nur „Außerhaus“ anbieten - angesichts gut besetzter Stehtische mit unbedarften Gästen erkennbar nicht die Wahrheit. Was den Landrat besonders entsetzte: Derselbe Imbissstand wurde gestern bereits vom Elmshorner Bürgermeister angesprochen und geschlossen.

„Ich habe großes Verständnis für die Gastronomen, die jetzt in Not geraten und hoffe sehr, dass auch den kleinen Betrieben durch Maßnahmen der Regierung über diese schwere Zeit geholfen wird. Kein Verständnis habe ich aber dafür, wenn diese Betriebe sich durch Verstöße gegen die Gesetze daran mitschuldig machen, dass die schweren Zeiten länger und härter werden. Das kann auch Konsequenzen für die gewerberechtliche Zuverlässigkeit haben“ so der Landrat.


Oliver Carstens, Pressesprecher des Kreises Pinneberg